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Nach langer Zeit mal wieder ein Bericht

Hallo ihr alle!
Ich dacht, dass ich mich seit langem mal wieder melde. Nur leider bin ich etwas schreibfaul und da ich gerade eben erst drei Seiten als "Dankeschreiben" fuer das Stipendium von der Deutschen Post geschrieben habe, das so einige Sachen, die in der ganzen Zeit, in der ich hier bin, beschreiben, kopiere ich den langen Text doch einfach mal hier rein. Auch wenn das ne Zusammenfassung voll allem ist, sind glaub ich auch ein paar Sachen neu fuer euch. Ich meld mich dann bald auch ma wieder und schreib dann ganz neue Sachen ;-)
Es ist vielleicht nicht so ganz der "Stil", in dem ich hier normaler Weise geschrieben habe, aber das liegt wie gesagt daran, dass es ja an die Post war..

23.August.2006- der Abend bevor alles losging. Kofferpacken, die letzten Freunde treffen und der Familie Tschuess sagen waren angesagt. Ich glaube ich war von allen diejenige, die am wenigsten aufgeregt war. Ich konnte es einfach noch nicht wirklich glauben, dass am darauf folgenden Tag meine Abreise in die USA sein sollte. Ein Jahr USA, ein Jahr Texas, ein Jahr Pearland. Meine Gastfamilie habe ich ziemlich genau zwei Wochen vor meiner Abreise bekommen und damit war klar, dass es fuer mich nach Texas geht. In die Naehe von Houston. Pearland hiess es und ich hatte keine Ahnung, wo sich das befand. Als ich von meiner Gastfamilie erfuhr, die mir e-Mails geschrieben hatte, war ich gerade bei einer Freundin zu Besuch. Das erste was ich tat, war meine Mutter anzurufen und ihr mittzuteilen, dass ich endlich meine lang ersehente Gastfamilie bekommen hatte. Von da an vergingen die Tage immer schneller. Ich sah das ganze sehr locker. Ich konnte einfach nicht begreifen was hier gerade vorging, konnte nicht begreifen, dass ich wirklich fuer ein Jahr von zu Hause weg sein wuerde. Es gab noch so viel zu erledigen und zu kaufen, von Gastgeschenken bishin zu den Koffern. Und dann war auch schon der 23.August. Aufgeregt war ich eigentlich gar nicht. Auch nicht am Morgen des 24. Augusts, als es dann wirklich losging und wir die Koffer im Auto verstauten. Alles schien so unwahr. Das erste komische Gefuehl ueberkam mich dann, als wir am Flughafen in Hannover waren und ich ueber alles Sicherheitsmassnahmen von YFU-Mitarbeitern aufgeklaert wurde. Aber das verging schnell. Doch dann hiess es Abschied nehmen. Dann ueberkam es mich doch. Alles moegliche schwirrte in meinem Kopf herum: ob es die richtige Entscheidung war, ob ich das alles schaffen werde. Es ging durch die Sicherheitskontrolle und ich hatte bereits meine Eltern und meine Schwester, die nur traurig winkten, zurueckgelassen. Und ploetzlich fuehlte ich voellig anders. Ich war einfach nur noch aufgeregt endlich in den USA anzukommen und alles kennen zu lernen. Der Flug war total toll, weil wir so viele Austauschschueler waren und alle die gleichen Gefuehle hatte, die wir miteinander teilen konnten.Von Hannover ging es nach Frankfurt, wo wir von noch mehr Austauschschuelern und Mitarbeitern von YFU erwartet wurden. Von Frankfurt dann weiter nach Washington D.C und letzendlich zu meinem Endflugehafen Houston.
Da wurde mir dann doch sehr mulmig zu Mute, als ich aus dem Flugzeug ausstieg, einen langen Gang hinunterging und meine Gastfamlie sah. Nun war ich also hier in Texas, wo ich das naechste Jahr verbringen wuerde.
Fassen konnte ich es immer noch nicht, auch dann nicht als wir den Flughafen verliessen und durch Houston nach Pearland, mein neues zu Hause fuhren. Es war einfach nur noch atemberaubend, die Gebaeude so gross und da es bereits Abend war, alles hell erleuchtet. Einfach nur noch schoen.
Den naechsten Tag ging es dann zu meiner neuen Schule, wo ich alle meine Faecher waehlen und mich registrieren lassen sollte. Ich war sehr aufgeregt, besonders weil die Schule sehr, sehr gross ist. 3000 Schueler sind wir und das Gebaeude ist riesig. An meiner Schule in Deutschland gibt es nur 500 Schueler und ich dachte wirklich, dass ich mich in dem Riesengebaeude niemals zurecht finden werde, weil ich mich die ersten Tage staendig verlief oder alle 2 Sekunden nach dem Weg fragen musste. Aber das legte sich an einer Woche und ich fand mich bestens zurecht.
Am Wochenende war dann das erste Mal einkaufen angesagt. Fast unfassbar wie gross alles war, von der einfachen Milch, die hier in 4 Liter Packungen gekauft wird bishin zu den Cornflakes, bei denen es gut 15 Regale zur Auswahl gibt. Dinge, die hier voellig normal sind, fielen mir als aussergewoehnlich auf. Einfach alles war groesser hier in Texas, als ich es aus Deutschland kannte. Das war also so ziemlich das erste Highlight fuer mich, besonders als wir danach noch in ein riesiges Shoppingcenter, die hier “Mall” heissen fuhren, um die Geburtstagsgeschenke fuer meine Schwester zu kaufen. Am selben Wochenende ging es auch noch Galveston, ein Ort direkt am Golf von Mexiko, den ich ja sonst eigentlich nur aus dem Erdkundeunterricht kenne. Gut eine Stunde braucht man von dem Haus meiner Familie dahin. Wir mussten mit der Faehre uebersetzen und warteten gespannt darauf Delfine neben dem Boot herschwimmen zu sehen. Neben dem Ausflug nach Galsveston sind wir auch schon nach Houston gefahren, was ungefaehr 45 Minuten von unserem Haus entfernt ist. Houston ist atemberaubend. Wolkenkratzer ueberall, riesige Shoppingcenter und dann natuerlich NASA. In der ersten Woche, als ich hier war, waren wir auf dem NASA Gelaende und haben uns ein Heissluftballonfestival angeguckt. Ungefaehr 50 Heissluftballon landeten nacheinander und als Highlight zuendeten alle gleichzeitig ihre Flammen. Die ersten Tage vergingen ziemlich schnell und es gab so viel zu entdecken und erleben. Manchmal ein bisschen zu viel, denn alles ging so schnell. Aber nach den ersten ein bis zwei Wochen fing alles an sich ein bisschen mehr zu normalisieren. Und dann war er auch schon um der erste Monat um. Wie im Flug waren die Wochen vergangen und ich hatte mich schon relativ gut eingelebt. Mit meiner Familie verstand ich mich bestens und hatte besonders mit meinen drei Gastschwestern jede Menge Spass. An den Wochenenden unternahmen mein Familie, meine drei Gastschwestern und meine Gastmutter viel und mir wurde die Umgebung gezeigt. Da Baseball und Football hier so beliebt sind gehoerte natuerlich auch der Besuch bei einem Baseballspiel dazu. Ein riesiges Stadion mit tausenden von Leuten und das erste Baseballspiel, was ich je gesehen hatte. Mein erstes Footballspiel, das ich gesehen habe, war das Homecomingspiel unsere Schulmanschaft. Es ist das erste Heimspiel der Saison, worauf dann eine Art Ball folgt. Die Schule wird dekoriert, um die Mannschaft zu unterstuetzen und nach dem Footballspiel ist dann der Tanzball in der Schule. Und obwohl unsere Schule das Spiel verlor, war es sehr aufregend und auch der Ball, auf den sich alle schon Wochen vorher gefreut hatten, wurde ziemlich spassig.
Letzte Woche gab es dann die erste Woche Ferien. Eine Woche frei fuer Thanks giving. Meine Familie und ich sind nach Colorado zum Snowboardfahren gefahren. Am Montag Morgen ging es los, mit dem Auto. Drei Tage Fahrt mussten wir hinter uns bringen. Erst durch ganz Texas, was zum groessten Teil Wueste war, dann durch New Mexico und letztendlich in das im Vergleich zu Texas doch sehr kalte und bergige Colorado. Mittwoch Abend waren wir dann endlich da. Am Mittwoch wurde dann der niedliche kleine Ort Breckenridge erkundet und am Abend gab es dann das traditioenelle Thanks giving Essen. Verschiedene Sorten Fleisch, natuerlich Truthahn, Suesskartoffeln und Gemuese, vieles mehr und als Dessert Kuerbiskuchen. Freitags und Samstags ging es dann endlich Snowboard fahren. Es war atemberaubend, Colorado ist wunderschoen, ueberall Berge und Baeume und sehr schoene kleine Orte. Es war ein Traum in den Bergen Snowboard fahren zu koennen. Leider ging es am Sonntag schon wieder zurueck in das schwuele und warme Texas. Nach 24 Stunden Fahrt waren wir dann wieder zu Hause. Und dann ging es nach einer tollen Woche Ferien wieder zurueck in die Schule. Schule ist hier sehr anders. Riesig zum einen, denn alle Kinder, die in Pearland wohnen besuchen die selbe Highschool. Jeden Tag habe ich 7 Stunden, beginnend morgens um 7.15Uhr und dann bis 14.15Uhr nachmittags. Meine Klassen, die ich gerne machen wollte, konnte ich mir im Gegensatz zu Deutschland aussuchen. Was fuer mich sehr ueberraschend war, Klassen wir Psychologie oder Innenarchitektuer koennen hier in den Stundenplan als Schulfach aufgenommen warden. Alles ist ganz anders als in Deutschland eben. Angefangen bei der Wahl der Schulfaecher bis hin zu den Arbeiten, die hier eigentlich nur multiple Choice sind. Anfangs hatte ich noch Bedenken, dass mir die Schule zu schwer sein wuerde, aber das legte sich nach den ersten Wochen ganz schnell und ich bemerkte, dass die Schule hier fuer mich im Gegensatz zu Deutschland einfacher war. Auch neu fuer mich war der Dresscode. Es gibt zwar keine Schuluniformen, aber bestimmte Kleidungsregelen, an die man sich halten muss. Roecke muessen eine bestimmte Laenge haben, ebenso wie die Hosen, die nur lang sein duerfen. Die T-shirts muessen einen Kragen und duerfen keine Muster, Logos, Streifen oder aehnliches haben. Es war schon ein wenig merkwuerdig, wenn man gewohnt ist, alles tragen zu koennen was man moechte. Es sind viele Dinge, die im Gegensatz zu Deutschland anders sind, manche, die man erwartet hat, manche, die wahrscheinlich nur uns als Autauschschuelern auffallen, weil sie hier so normal sind , aber es ist immer wieder interessant neue Dinge kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. In den letzten drei Monaten habe ich so viele Erfahrungen gesammelt wie noch nie. Ich will nicht sagen, dass alles gute waren und, dass es immer einfach ist. Es ist viel mehr beeindruckend, wenn man hinterher daraus lernt, wenn man merkt, wie man mit bestimmten Dingen umzugehen hat und wie viel einem das hilft. Ich bin mir sicher, dass ich hier in den kommenden Monaten noch viel mehr an solchen Erfahrugen haben werde.

2 Kommentare 6.12.06 23:34, kommentieren